Medienpädagogische Kompetenz

von: Sigrid Blömeke

kopaed, 2000

ISBN: 9783934079038 , 400 Seiten

Format: PDF, OL

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Preis: 21,99 EUR

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Medienpädagogische Kompetenz


 

3.5 Zur Schulentwicklungskompetenz der Lehramtsstudierenden (S. 268-269)

Medienpädagogik wird zunehmend zu einem Teil von Schulentwicklung, indem das Schulprofil entsprechend ausgerichtet wird. Daher kann die Fähigkeit zur Gestaltung der Rahmenbedingungen medienpädagogischen Handelns als zweites Fundament – neben der Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler – für eine angemessene Wahrnehmung von mediendidaktischen und medienerzieherischen Aufgaben in der Schule gesehen werden. Es handelt sich aber um einen Bereich, in dem die Studierenden wohl am wenigsten Erfahrungen gemacht haben. Das Vorwissen wird daher nur kurz erhoben und durch eine Erhebung von sehr grundsätzlichen Einstellungen und Erwartungen an das Lehramtsstudium ergänzt. Beide Bereiche werden im Übrigen auf das Inhaltsfeld der Wahrnehmung der Bedeutung von Medien und Informationstechnologien für die Professionalität des Lehrerberufs und für die Schulentwicklung konzentriert, während die Gestaltung der gesellschaftlichen und schulischen Bedingungen von Medienpädagogik in der Schule als zweitem Inhaltsfeld unberücksichtigt bleibt. Begründet liegt diese Beschränkung – und Vernachlässigung von Fragen zur Schulentwicklung – darin, dass der Erwerb der Schulentwicklungskompetenz von Tulodziecki im Interesse einer sinnvollen phasenspezifischen Aufgabenzuordnung weniger der Lehrerausbildung und eher der Lehrerfortbildung zugeschrieben wird.

Für die universitäre Ausbildung ist dieses Thema damit eher nachrangig. Diese Gewichtung ist auch eine Folge der Interviews, die kaum Aussagen zu den schulischen Rahmenbedingungen medienpädagogischen Handelns enthielten. Themenbezogene Erlebnisse werden nicht erhoben, da sie nur im Ausnahmefall vorhanden sein können.

Themenbezogene Kenntnisse und Einschätzung von deren Sicherheit

In einer ersten Abfrage sind Aussagen formuliert, die auf die Veränderung der Lehrerrolle rekurrieren, die durch die Medienentwicklung und die vermehrte Integration von Medien in den Unterricht auftreten (SE-03-1). Die Aussagen thematisieren weit verbreitete Ängste, aber auch Hoffnungen, und sind als Prognosen formuliert.

Die Studierenden erkennen die Möglichkeiten, die mit der Medienentwicklung für die Schule verbunden sind: Sie haben im Mittel „eher" die Hoffnung, dass sie dadurch mehr Freiheiten in der Unterrichtsgestaltung bekommen (s. Tabelle 25). Diese Hoffnung wird von Aufenanger bestätigt, der beispielsweise in seiner Analyse von Chancen und Problemen der Medienentwicklung feststellt, dass die Schülerinnen und Schüler selbstständiger agieren können und dass insbesondere die neuen Medien mehr Möglichkeiten für die Lehrerinnen und Lehrer bieten.183 Nur knapp ein Fünftel der Studierenden hält diese Entwicklung für weniger oder nicht zutreffend. Im Gegenzug fürchten die Studierenden jedoch im Mittel auch eher – und dies deckt sich mit ihren Aussagen, die sie zuvor zur Mediendidaktik gemacht haben –, dass dadurch der Aufwand für die Unterrichtsvorbereitung steigt. Offensichtlich ist das Medienthema für fast zwei Drittel der Antwortenden mit Mehrarbeit verbunden.