Alles Seifenblasen?

von: Maya Götz (Hrsg.)

kopaed, 2002

ISBN: 9783935686266 , 397 Seiten

Format: PDF, OL

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Preis: 16,99 EUR

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Alles Seifenblasen?


 

2.3 Ich seh' in Dein Herz - Ich sehe Gute Zeiten, schlechte Zeiten (S. 98-99)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten (GZSZ) ist die erste Daily Soap, die in Deutschland auf Sendung ging. Die erste Folge wurde am 11. Mai 1992 ausgestrahlt. Die Soap wird von der Grundy UFA TV Produktions GmbH im Auftrag von RTL produziert. Nach dreieinhalb Jahren Drehzeit in den Bufa-Studios in Berlin-Tempelhof wechselte die Crew im Oktober 1995 in zwei Studios auf dem Filmgelände in Potsdam-Babelsberg, in denen bis heute gedreht wird. Die Handlung von GZSZ baut sich um ca. 20 Hauptfiguren sowie etliche Nebenrollen und StatistInnen auf. Die Serienfiguren kennen sich untereinander. Sie sind befreundet oder liiert und leben in unterschiedlichen Wohnformen zusammen in einer Großstadt. Die SchauspielerInnen sind meist jüngeren oder mittleren Alters. Ältere Menschen oder RentnerInnen kommen nicht vor. Neben den Privatwohnungen spielt GZSZ in Geschäftsräumen wie dem Büro der Werbeagentur „Sisters" sowie in zwei Lokalen – dem „Daniels", einer kleinen Bar und dem Restaurant „Fasan". Daneben gibt es öffentliche Räume, wie beispielsweise den Hof vor dem Geschäft „Kays Korner". Inhaltlich geht es hauptsächlich um die ständig auftretenden Konflikte zwischen den ProtagonistInnen sowie die Ereignisse und Schicksalsschläge, von denen die Figuren, teilweise in zyklischen Wiederholungen, ereilt werden.3 Durch das intrigante Verhalten der Figuren Dr. Jo Gerner und Sonja Wiebe ergeben sich regelmäßig zusätzlich Konflikte.

Geschichte und Produktion von Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Vorläufer von GZSZ ist die von Grundy produzierte australische Daily Soap The Restless Years. Die ersten 230 Drehbücher dieser Serie wurden mit einigen wenigen Änderungen einfach ins Deutsche übertragen. Seit Folge 231 sind alle Drehbücher auf die Interessen des Publikums in Deutschland aus gerichtet und werden vor Ort verfasst. Dieses Vorgehen wurde bereits 1990 in der holländischen Adaption Goede tijden, slechte tijden erfolgreich angewandt (vgl. Sanchez Lansch 2001).

Die Entwicklung der Handlungsstränge wird im Storydepartment abgewickelt. Ca. sieben StorylinerInnen und zwei StoryeditorInnen denken sich die Geschichten aus. Die Dialoge werden von ca. sieben DialogautorInnen ausgearbeitet. Der Chefautor koordiniert und bestimmt maßgeblich die Storylines und Futureprojekte. Die weitere Umsetzung der Drehbücher unterliegt fünf RegisseurInnen, die abwechselnd an einem so genannten Block arbeiten, der in der Regel fünf Folgen – eine Sendewoche – umfasst (vgl. Tab. 1). Um die Folgen anbzudrehen, stehen dem/r RegisseurIn pro Woche zwei Außen- und fünf Studiodrehtage (davon sind anderthalb Tage ausschließlich für Proben reserviert) zur Verfügung. An Requisiten sind seit Drehbeginn rund 13.000 Teile zum Einsatz gekommen, vom Stuhl bis zum Liebesbrief, und im Kostümfundus warten rund 20.000 Kostümteile, vom Abendkleid bis hin zum Trainingsanzug, auf ihren Einsatz. Alle StammschauspielerInnen erhalten pro Saison eine komplett neue Garderobe.