Von Lady Punk bis Lady Gaga – Aktuelle (Mädchen)literatur - 04/2012

von: kopaed

kopaed - kjl&m. forschung.schule.bibliothek, 2012

ISBN: E04121864144X , 96 Seiten

Format: PDF, OL

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Preis: 7,99 EUR

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Von Lady Punk bis Lady Gaga – Aktuelle (Mädchen)literatur - 04/2012


 

Vom Aktionsrat zur Befreiung der Frauen bis zum feministischen Alltag: Die (zweite) Welle der Frauenbewegung nahm ihren Ausgang in den politisch-sozialen Aufbrüchen der 1960er Jahre und differenzierte und profilierte sich zu einer vielgestaltigen (west-)deutschen (feministischen) Frauenbewegung. Das aus dieser Entwicklung erwachsende Forschungsinteresse richtete sich auf verschiedenste Disziplinen, im Bereich der Literaturwissenschaften wurde der Blick auf weibliche Themen und Schreibweisen gelenkt. In der Kinder- und Jugendliteraturforschung rückte Mädchenliteratur – sowohl unter historischer Perspektive als auch unter Bezugnahme auf zeitgenössische Diskurse – mehr und mehr in den Mittelpunkt. Die emanzipatorische (gesellschaftliche) Entwicklung lässt sich ebenfalls auch an den (literarischen) Konstruktionen weiblicher Figuren und Lebensentwürfe ablesen; Veränderungen werden sowohl in der ästhetischen wie in der formalen Gestaltung und thematischen Ausrichtung virulent. – Seit diesem feministischen Aufbruch verschob sich der Diskurs der Geschlechter zu dem komplexen Begriff Gender. Eine aktuelle Debatte, die diese skizzierten interessanten Umschreibungen theoretisch fasst und kommentiert, fehlt indes. Der vorliegende Band versucht die Entwicklungslinie – von den emanzipatorischen Aufbrüchen einer Lady Punk bis hin zu aktuellen popkulturellen Inszenierungspraktiken, die beispielsweise an Ikonen wie Lady Gaga ablesbar werden – nachzuzeichnen. Bei dieser Bestandsaufnahme wird an vergangene Debatten angeknüpft, Entwicklungslinien werden nachgezeichnet, ebenso werden aktuelle Fragestellungen, Themen und Praktiken aufgegriffen. Gewonnen werden konnte Franziska Schößler, die mit kritischem Blick die theoretischen Diskussionslinien nachzeichnet und systematisiert; Gundel Mattenklott blickt auf die Rezeptionsgeschichte von Dagmar Chidolues Lady Punk (1985) und hat den Titel aus heutiger Perspektive gegengelesen. Angelika Nix verfolgt die antiautoritär-phantastische Figur Pippi Langstrumpf und deren intermediale Adaptionen und Metamorphosen, Susanne Hochreiter widmet sich Alexa Hennig von Lange und ihrem Werk, das sattsam repräsentiert wird durch diverse Hungerkünstlerinnen; Gudrun Stenzel präsentiert weiblichen Spürsinn in Kriminalromanen für Kinder, und Gerda Wurzenberger geht dem Discourse of Girlhood in rosazarten Mädchenträumen am Beispiel des Medienverbunds Lillifee nach. Im Spektrum, das zum gegebenen Anlass fast gänzlich der Damenwelt gewidmet ist, liefert Ulrike Koch einen Überblick über feministische Blogs im world wide web und last but not least dechiffriert Katrin Horn die Maskeraden der popkulturellen Ikone Lady Gaga. Die Quotenmänner des Heftes sind Echte Kerle, die von Jenny Wozilka begutachtet werden, bevor sie sich zu ihrer großen Schwester ins Bett flüchten... Das Heft schließt mit Rezensionen von Fachliteratur, Unterrichtshinweisen und aktuellen Meldungen, die ebenfalls Genderthemen aufgreifen, und mit der Hoffnung. die feministische Debatte im Bereich Kinder- und Jugendliteratur wiederzubeleben – also doch noch mit etwas Rosarot, wenn auch als Schimmer am Horizont. Caroline Roeder